In Deutschland waren 2008 weniger Menschen von Armut bedroht als im Durchschnitt der Europäischen Union. Das Einkommen von 15 Prozent der Menschen in Deutschland lag unter der Armutsschwelle, EU-weit ging es 17 Prozent der Bevölkerung so. Diese Zahlen veröffentlichte die EU-Statistikbehörde Eurostat zum Beginn des Europäischen Jahres zum Kampf gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Kinder und ältere Menschen waren am stärksten von Armut bedroht, in den 27 EU-Mitgliedstaaten sogar jedes fünfte Kind. In Deutschland konnten sich 25 Prozent der Bevölkerung keinen einwöchigen Jahresurlaub außerhalb der eigenen vier Wände und elf Prozent keine fleisch- oder fischhaltige Mahlzeit jeden zweiten Tag leisten. Sechs Prozent konnten ihre Wohnung nicht ausreichend heizen.
Weil sich die Armutsdefinition am Einkommen in einem Land orientiert, unterscheidet sich die Armutsschwelle stark zwischen den einzelnen Ländern. In Deutschland lag sie bei 10.600 Euro, in Rumänien bei 1900 Euro. Die höchste Armutsgefährdungsquote hatte 2008 Lettland mit 26 Prozent und die niedrigste die Tschechische Republik mit neun Prozent. In 20 der 27 Mitgliedstaaten war die Armutsgefährdung für Kinder höher als für die Gesamtbevölkerung.
Seit 2005 ist die Armutsgefährdungsquote in der EU insgesamt relativ stabil und liegt zwischen 16 Prozent und 17 Prozent.
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